21.03.2014

Canyoning im Tiroler Ötztal

Adrenalinkick und die Faszination der alpinen Natur


Rutschen, Springen, Abseilen. Beim Canyoning ist der ganze Körper aktiv. Die Seele darf aber trotzdem baumeln, denn beim Schluchtenwandern überwachen geprüfte Guides ständig Ihre Sicherheit.

In Tirol gibt es mehr als 180 Schluchten, viele davon wurden von den einheimischen Schluchten-Wanderpionieren eingebohrt. Sie haben diese Felsflussläufe gesichert, haben Haken in die Felswände gebohrt, die Tiefe der Gumpen ausgelotet und die Wasserrinnen auf ihre Rutschtauglichkeit erprobt.

Dank modernstem Material und Ausrüstung können sich heute auch Unerfahrene ins Abenteuer Canyoning stürzen. Im Ötztal erleben Outdoor-Sportler die einzigartige Faszination der Wildwasser, immer begleitet von bestens geschulten Canyoning-Guides der Outdoor-Sportanbieter vor Ort. Einige unter ihnen haben ihre Basisstationen aus strategischen Gründen am Eingang des Ötztals, denn dort gibt es zahlreiche Schluchten in der näheren Umgebung.

Marcel Pachler ist der Obmann des Tiroler Raftingverbandes. Als geprüfter Rafting- und Canyoningführer begleitet er schon sein zwanzig Jahren erlebnishungrige Outdoorsportler durch die engen Schluchten des Ötztals. Und das mit echter Leidenschaft für die Natur: "Dort kommt man der Schönheit unserer alpinen Natur am nächsten. Leider reduziert die Werbung Canyoning auf den schnellen Adrenalinkick.", bedauert er. Sensationshascherei wecke oft falsche Erwartungen: "Manchmal bucht eine Gruppe ohne zu bedenken, dass einzelne Höhenangst haben." Umso wichtiger sei es, dass sich die Guides bei der obligatorischen Einweisung einen realistischen Eindruck von jedem Schützling machen. 

Pachler betont, dass sich Canyoning-Interessenten sorgfältig vorbereiten sollten: "Auch die Jungen müssen prüfen, ob sie fit genug für diesen anspruchsvollen Sport sind." 

Über die Verantwortung der Canyoning-Anbieter lässt der Verbandschef keine Zweifel offen: "Als Ortskundige und offiziell Qualifizierte müssen sie bei Schlechtwetter oder Wasserhochstaänden die Touren absagen oder in ungefährlichere Canyons ausweichen." Ein gewisses Restrisiko bleibt jedoch stets. "Das trägt immer jeder Sportler selbst, der sich im alpinen Gelände bewegt.", lautet Pachlers Resümee.  

Weitere Informationen zur Sicherheit im Outdoor-Sport gibt's hier.